Veröffentlicht am März 18, 2024

Die Wahl Ihrer Ausbildung in der Schweiz ist die wichtigste Investitionsentscheidung Ihrer Karriere; der ROI wird jedoch nicht allein durch den Titel, sondern durch die strategische Passung zum Karriereziel bestimmt.

  • Fachhochschul-Absolventen (FH) erzielen aufgrund ihrer Praxisnähe oft höhere Einstiegsgehälter als Universitätsabgänger (Uni).
  • Universitätsabschlüsse, insbesondere von Top-Business-Schools wie der HSG, öffnen Türen zu internationalen Karrieren und der Wirtschaftselite, was sich langfristig auszahlt.

Empfehlung: Analysieren Sie zuerst Ihr konkretes Karriereziel. Wählen Sie dann gezielt den Abschluss (HF, FH, Uni, MAS, CFA), der in der Schweizer „Zertifikats-Kultur“ als direktestes Ticket für diese Position anerkannt wird.

Die Entscheidung zwischen einer Höheren Fachschule (HF), einer Fachhochschule (FH) und einer Universität (Uni) ist für viele in der Schweiz eine der prägendsten Weichenstellungen ihrer beruflichen Laufbahn. Oft wird die Diskussion auf die bekannte Dichotomie reduziert: die praxisorientierte FH versus die theoriebasierte Universität. Doch diese Vereinfachung greift zu kurz und ignoriert die entscheidende Frage, die sich jeder ambitionierte Berufstätige stellen sollte: Welcher Weg bietet den höchsten Return on Investment (ROI) – nicht nur finanziell, sondern auch in Bezug auf Karrierechancen und persönliche Entwicklung?

In einem Arbeitsmarkt wie der Schweiz, der stark von einer „Zertifikats-Kultur“ geprägt ist, in der schriftliche Belege und formale Qualifikationen einen immensen Stellenwert haben, wird die Wahl des richtigen „Papiers“ zu einer strategischen Notwendigkeit. Es geht nicht mehr nur darum, was man weiss, sondern darum, was man vorweisen kann. Die wahre Herausforderung liegt darin, das System zu verstehen und das Bildungs-Portfolio so zusammenzustellen, dass es Türen öffnet, anstatt nur Wissen zu zertifizieren. Ein teurer MBA ist nicht per se die beste Wahl, und ein FH-Abschluss kann in bestimmten Branchen eine wahre „Praxis-Prämie“ darstellen.

Doch wie navigiert man durch dieses komplexe Ökosystem aus Abschlüssen, Akkreditierungen und unsichtbaren Netzwerken? Die Antwort liegt in einer fundierten, datengestützten Analyse. Anstatt auf Mythen zu vertrauen, muss man die harten Fakten betrachten: Einstiegsgehälter, Lohnentwicklung, Anerkennung im Ausland und den Zugang zu entscheidenden Netzwerken. Dieser Artikel bricht mit den gängigen Klischees und bietet eine objektive, vergleichende Analyse, um Ihnen zu helfen, den Bildungsweg zu identifizieren, der Ihren persönlichen und beruflichen ROI in der Schweizer Praxis maximiert. Wir werden die wahren Kosten und den Nutzen verschiedener Abschlüsse beleuchten, die Bedeutung von Gütesiegeln entschlüsseln und aufzeigen, warum manchmal eine weniger offensichtliche Abkürzung den grössten Karrieresprung bedeuten kann.

Um Ihnen eine klare Orientierung in dieser komplexen Bildungslandschaft zu geben, untersucht dieser Artikel die entscheidenden Faktoren, die den Wert eines Abschlusses in der Schweiz ausmachen. Der folgende Überblick führt Sie durch die zentralen Aspekte, von der Kosten-Nutzen-Analyse verschiedener MBA-Programme bis hin zur praktischen Relevanz von Weiterbildungsformaten.

Warum ein teurer privater MBA nicht immer besser ist als ein universitärer Abschluss

Die Verlockung eines MBA-Titels ist gross, verspricht er doch einen Karrieresprung und ein höheres Gehalt. Doch die Investition in ein MBA-Programm, insbesondere an einer privaten Institution, kann schnell sechsstellige Beträge erreichen. Die entscheidende Frage ist: Zahlt sich das in der Schweiz aus? Die Antwort ist differenziert. Ein hoher Preis korreliert nicht automatisch mit einem hohen ROI. Vielmehr sind es Reputation, Netzwerk und vor allem die Akkreditierung, die den Wert eines MBA-Abschlusses bestimmen. Eine renommierte öffentliche Universität wie die Universität St. Gallen (HSG) bietet beispielsweise ein MBA-Programm an, das oft einen besseren Ruf geniesst als viele teurere private Alternativen.

Der Grund liegt in der globalen Anerkennung und dem exklusiven Alumni-Netzwerk, das solche Institutionen bieten. Bevor man also eine hohe Summe investiert, sollte man den potenziellen Mehrwert kritisch hinterfragen. Oft kann ein spezialisierter Master-Abschluss oder sogar ein solider FH-Abschluss einen schnelleren und kosteneffizienteren Weg zu einem höheren Gehalt darstellen. Laut der aktuellen FH-Lohnstudie liegt der Medianlohn für FH-Absolventen fünf Jahre nach dem Abschluss bei beeindruckenden 112’852 CHF. Diese Zahl setzt den potenziellen, aber unsicheren Mehrwert eines teuren privaten MBA in die richtige Perspektive.

Letztlich geht es um eine Form der Karriere-Arbitrage: die Fähigkeit, den Bildungsweg zu wählen, dessen Kosten in einem optimalen Verhältnis zum erwarteten Karrieregewinn stehen. Ein universitärer MBA von einer Top-Schule kann eine Rakete sein, ein unbekannter privater MBA hingegen eine teure Sackgasse.

Wird Ihr Schweizer Diplom auch in den USA oder Asien anerkannt?

In einer globalisierten Wirtschaft ist die internationale Anerkennung eines Abschlusses kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit für alle, die eine Karriere über die Schweizer Grenzen hinaus anstreben. Ein Schweizer Diplom geniesst zwar grundsätzlich einen exzellenten Ruf, doch „Schweizer Diplom“ ist nicht gleich „Schweizer Diplom“. Die automatische Anerkennung, insbesondere in Märkten wie den USA oder Asien, hängt massgeblich von der Institution und deren internationalen Akkreditierungen ab. Hier spielen Gütesiegel wie AACSB, EQUIS und AMBA eine entscheidende Rolle. Sie sind die globale Währung im Bildungsmarkt und signalisieren potenziellen Arbeitgebern weltweit einheitliche Qualitätsstandards.

Weltkarte mit hervorgehobenen Anerkennungsregionen für Schweizer Bildungsabschlüsse

Ein Abschluss einer Hochschule, die eine oder mehrere dieser Akkreditierungen besitzt – idealerweise die „Triple Crown“ (alle drei) –, wird im Ausland deutlich einfacher validiert. Ohne diese Gütesiegel kann der Prozess der Anerkennung mühsam sein und erfordert oft eine kostspielige Evaluation durch Dienste wie World Education Services (WES) in den USA. Besonders bei Fachhochschul-Abschlüssen ist es wichtig, die Praxisorientierung als Stärke zu positionieren, da das duale Bildungssystem im Ausland oft weniger bekannt ist. Der Titel selbst, z.B. der Unterschied zwischen einem „Master of Science (MSc)“ und einem „Master of Advanced Studies (MAS)“, kann ebenfalls zu Verwirrung führen und muss proaktiv erklärt werden.

Die internationale Portabilität Ihres Abschlusses ist also keine Selbstverständlichkeit, sondern ein strategisches Merkmal, das Sie bei der Wahl Ihrer Ausbildung von Anfang an berücksichtigen müssen. Eine Investition in eine akkreditierte Institution ist eine Versicherung für Ihre globale Karrierefähigkeit.

Ihr Plan zur internationalen Anerkennung

  1. Prüfen Sie die internationale Akkreditierung Ihrer Hochschule (AACSB, EQUIS, AMBA).
  2. Lassen Sie Ihr Diplom bei Bedarf bei WES (World Education Services) für die USA evaluieren.
  3. Unterscheiden Sie klar zwischen Master of Science (MSc) und Master of Advanced Studies (MAS) in Ihrem Lebenslauf.
  4. Nutzen Sie bilaterale Abkommen der Schweiz, falls für Ihr Zielland relevant.
  5. Betonen Sie bei Arbeitgebern proaktiv die Stärken und die praktische Ausrichtung Ihres FH-Abschlusses.

Der unsichtbare Wert: Welche Schule bietet den Zugang zur Schweizer Wirtschaftselite?

Neben Lehrplänen und Titeln ist einer der wertvollsten, aber am wenigsten greifbaren Aspekte einer Ausbildung das Netzwerk, zu dem sie Zugang verschafft. In einem dichten Wirtschaftsgefüge wie der Schweiz, wo persönliche Beziehungen und Empfehlungen eine grosse Rolle spielen, kann das richtige Alumni-Netzwerk entscheidende Türen öffnen. Traditionell galten hier die grossen Universitäten, allen voran die HSG St. Gallen und die ETH Zürich, als die unangefochtenen Kaderschmieden der Nation. Deren Absolventen besetzen überproportional viele Spitzenpositionen in Grosskonzernen und im Finanzsektor.

Doch dieses Bild hat sich in den letzten Jahren deutlich nuanciert. Fachhochschulen haben enorm an Prestige und Einfluss gewonnen. Sie bilden das Rückgrat der Schweizer KMU-Wirtschaft und sind in den Kaderetagen fest verankert. Toni Schmid, der Geschäftsführer von FH SCHWEIZ, bringt es auf den Punkt:

Absolventinnen und Absolventen von Fachhochschulen spielen in der Gesellschaft und Wirtschaft eine tragende Rolle.

– Toni Schmid, Geschäftsführer FH SCHWEIZ

Diese Aussage wird durch Fakten untermauert: Eine Studie zeigt, dass heute bereits rund 60% der FH-Absolventen in Kaderfunktionen tätig sind. Dies beweist, dass der Zugang zur „Wirtschaftselite“ nicht mehr nur über den universitären Königsweg führt. Vielmehr haben sich parallele Netzwerke gebildet: Während das Uni-Netzwerk oft in die strategischen Höhen der Grosskonzerne führt, bietet das FH-Netzwerk einen extrem starken, praxisorientierten Zugang zum Management des wirtschaftlich entscheidenden Mittelstands. Die Wahl der Schule ist somit auch eine Wahl des sozialen und beruflichen Ökosystems, in das man eintreten möchte.

AACSB, EQUIS & Co.: Auf welche Gütesiegel müssen Sie bei Business Schools achten?

In der Welt der Wirtschaftsausbildungen sind Akronyme wie AACSB, EQUIS und AMBA mehr als nur Buchstabenkombinationen – sie sind das Goldstandard-Zertifikat für Qualität und internationale Anerkennung. Diese Gütesiegel werden von unabhängigen Organisationen an Business Schools vergeben, die strenge Kriterien in Bereichen wie Lehrqualität, Forschungsleistung, Internationalität und Praxisbezug erfüllen. Für Studieninteressierte sind sie ein unverzichtbares Instrument zur Bewertung und zum Vergleich von Hochschulen, insbesondere im unübersichtlichen Markt der MBA-Programme.

Jede Akkreditierung hat einen leicht unterschiedlichen Fokus, was ihre kombinierte Präsenz besonders wertvoll macht. EQUIS (EFMD Quality Improvement System) bewertet die gesamte Institution in ihrer strategischen Ausrichtung und Internationalität. AACSB (Association to Advance Collegiate Schools of Business) legt den Schwerpunkt auf die Qualität von Lehre und Forschung. AMBA (Association of MBAs) konzentriert sich spezifisch auf die Qualität von Postgraduierten-Programmen wie dem MBA. Eine Schule, die alle drei besitzt, trägt die prestigeträchtige „Triple Crown“. Weltweit erreichen dies nur sehr wenige Institutionen, was diesen Status zu einem extrem starken Differenzierungsmerkmal macht.

Diese Exklusivität hat einen hohen Preis. Die Triple Crown Akkreditierung wird nur von etwa 1% aller Business Schools weltweit erreicht. In der Schweiz gehören dazu beispielsweise die Universität St. Gallen (HSG) und das IMD in Lausanne. Für Bewerber bedeutet ein Abschluss von einer „Triple Crown“-Schule eine Art globale Visitenkarte, die sofort Vertrauen und Ansehen schafft.

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die wichtigsten Gütesiegel und einige der Schweizer Hochschulen, die sie führen.

Vergleich internationaler Akkreditierungen
Akkreditierung Fokus Schweizer Hochschulen mit Akkreditierung
EQUIS Gesamtinstitution, Internationalität HSG, IMD, HEC Lausanne, UZH
AACSB Lehrqualität, Forschung HSG, IMD, weitere
AMBA MBA-Programme HSG, IMD, weitere
Triple Crown Alle drei Akkreditierungen HSG, IMD (nur 123 weltweit)

Theorie vs. Praxis: Warum FH-Absolventen oft schneller einen Job finden als Akademiker

Das Klischee ist bekannt: Universitäten liefern die Denker, Fachhochschulen die Macher. Obwohl diese Aussage stark vereinfacht ist, enthält sie einen wahren Kern, der sich direkt auf dem Schweizer Arbeitsmarkt widerspiegelt – insbesondere beim Berufseinstieg. FH-Absolventen finden oft nicht nur schneller einen Job, sie steigen auch mit einem höheren Anfangsgehalt ein. Eine Analyse der Einstiegsgehälter zeigt dies deutlich: Während Uni-Bachelor-Absolventen mit einem Medianlohn von rund 69’600 CHF starten, liegt der Wert für FH-Absolventen bei 83’000 CHF. Diese „Praxis-Prämie“ von über 13’000 CHF ist ein starkes Argument für den FH-Weg.

Ein Grund für diesen Vorteil ist die enge Verzahnung von Lehre und Praxis an den Fachhochschulen. Studierende arbeiten oft bereits während des Studiums in relevanten Projekten, absolvieren obligatorische Praktika und werden von Dozierenden unterrichtet, die selbst aus der Industrie kommen. Arbeitgeber schätzen diese „Job-Readiness“, da sie weniger Zeit und Geld in die Einarbeitung investieren müssen. Die Absolventen sind vom ersten Tag an produktiv einsetzbar.

Moderne FH-Werkstatt mit Studierenden bei praktischen Projekten

Ein weiterer wichtiger Faktor wird in einer Analyse der FH-Lohnstudie treffend zusammengefasst:

Nach dem Bachelor verdienen Fachhochschul-Absolventen oft besser als Universitätsabgänger. Der Grund: Die Studierenden an der Fachhochschule sind im Schnitt älter und haben in vielen Fällen schon ein paar Jahre Berufserfahrung gesammelt.

– Baldinger, FH-Lohnstudie Analyse

Diese Kombination aus formaler Bildung und bereits vorhandener Berufserfahrung macht FH-Absolventen zu äusserst attraktiven Kandidaten. Währenddessen ist ein Uni-Abschluss oft eine Investition in die Zukunft, die sich erst auf lange Sicht durch den Zugang zu spezialisierten Forschungs-, Entwicklungs- oder Strategie-Rollen mit höherem Endgehalt auszahlt.

CFA oder MBA: Welche Abkürzung bringt Ihnen im Schweizer Banking wirklich 20% mehr Lohn?

Im hochkompetitiven und lukrativen Schweizer Finanzsektor ist die richtige Spezialisierung der Schlüssel zu einer steilen Karriere und einem überdurchschnittlichen Gehalt. Die Löhne im Bankensektor, die mit einem monatlichen Bruttomedian von über 10’000 Franken deutlich über dem Schweizer Durchschnitt liegen, ziehen hochqualifizierte Fachkräfte an. Hier stehen viele vor der strategischen Entscheidung zwischen zwei der prestigeträchtigsten Weiterbildungen: dem Master of Business Administration (MBA) und dem Chartered Financial Analyst (CFA). Die Wahl ist alles andere als trivial, denn beide Wege versprechen viel, erfordern aber unterschiedliche Fähigkeiten und öffnen verschiedene Türen.

Ein MBA ist eine generalistische Management-Ausbildung. Er ist ideal für Personen, die eine Führungsrolle anstreben, in die Strategieberatung wechseln oder ihre Management- und Leadership-Fähigkeiten umfassend ausbauen wollen. Der Wert eines MBA hängt extrem stark vom Prestige der Business School ab. Er ist ein Signal für breite Geschäftskompetenz und Netzwerkfähigkeit. Der ROI ist oft dann am höchsten, wenn ein Karrierewechsel (Industrie, Funktion) angestrebt wird.

Der CFA hingegen ist eine hochspezialisierte, tiefgehende Ausbildung für Finanz- und Investmentprofis. Er gilt als Goldstandard im Asset Management, in der Aktienanalyse und im Portfoliomanagement. Im Gegensatz zum MBA, der auf Teamarbeit und Fallstudien basiert, ist der CFA ein rigoroses Selbststudium, das mit drei extrem anspruchsvollen Prüfungen abschliesst. Er signalisiert tiefstes technisches Wissen und analytische Exzellenz. Für eine Karriere als Analyst, Fondsmanager oder im Investment Banking ist der CFA oft wertvoller und direkter als ein generalistischer MBA. Er ist kein Ticket für eine Management-Karriere ausserhalb des Finanzwesens, aber innerhalb davon ist er eine mächtige Waffe. Die Behauptung eines pauschalen Lohnanstiegs von 20% ist zwar eine plakative Vereinfachung, aber die richtige Qualifikation für das richtige Ziel kann den Unterschied zwischen einer guten und einer exzellenten Karriere im Banking ausmachen.

Warum akzeptieren Schweizer Arbeitgeber oft keine Erfahrung ohne schriftlichen Beleg?

Wer auf dem Schweizer Arbeitsmarkt erfolgreich sein will, muss ein ungeschriebenes Gesetz verstehen: Erfahrung, die nicht durch ein Zeugnis, ein Diplom oder ein Zertifikat belegt ist, existiert quasi nicht. Dieses Phänomen, das man als tief verwurzelte „Zertifikats-Kultur“ bezeichnen kann, ist für viele internationale Fachkräfte zunächst befremdlich. Während in anderen Ländern ein beeindruckendes Portfolio oder eine überzeugende Selbstdarstellung ausreichen kann, verlangen Schweizer Personaler fast immer einen schriftlichen Nachweis. Doch warum ist das so?

Der Hauptgrund liegt in der Risikominimierung. In einem Hochlohnland wie der Schweiz sind die Kosten einer Fehlbesetzung enorm. Arbeitgeber können es sich schlicht nicht leisten, jemanden auf Basis von vagen Versprechungen einzustellen. Ein offizielles Diplom einer anerkannten Institution (sei es EFZ, HF, FH oder Uni) dient als verlässlicher, standardisierter Beleg für ein bestimmtes Niveau an Kompetenz und Durchhaltevermögen. Es ist ein Signal, das besagt: „Diese Person hat einen formalisierten, qualitätsgeprüften Prozess erfolgreich durchlaufen und besitzt die nachgewiesenen Fähigkeiten.“

Diese Kultur erklärt auch die immense Bedeutung des dualen Bildungssystems und der höheren Fachschulen (HF). Ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis (EFZ) gefolgt von einem HF-Diplom ist nicht nur eine Ausbildung, sondern eine lückenlose Kette von schriftlichen Leistungsnachweisen, die praktische Erfahrung und theoretisches Wissen formalisieren. Die Aussage „Ich habe 10 Jahre Erfahrung in der Projektleitung“ hat weit weniger Gewicht als die Aussage „Ich habe ein Diplom als Techniker HF Unternehmensprozesse und 7 Jahre Erfahrung“. Das Diplom strukturiert und validiert die Erfahrung und macht sie für den Arbeitgeber vergleichbar und damit wertvoll. Wer in der Schweiz Karriere machen will, muss lernen, sein Wissen in die richtige „Papierform“ zu giessen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die „Praxis-Prämie“: FH-Abschlüsse führen oft zu höheren Einstiegsgehältern, da Arbeitgeber die sofortige Einsetzbarkeit schätzen.
  • Der „Netzwerk-Faktor“: Renommierte Universitäten und Top-Business-Schools bieten Zugang zu exklusiven Alumni-Netzwerken, die langfristig entscheidende Karrieretüren öffnen können.
  • Die „internationale Währung“: Akkreditierungen wie AACSB, EQUIS und AMBA (Triple Crown) sind entscheidend für die globale Anerkennung und Portabilität Ihres Abschlusses.

CAS, DAS oder MAS: Welches Weiterbildungsformat passt zu Ihrem Zeitbudget und Budget?

In einer Arbeitswelt, die von stetigem Wandel geprägt ist, ist die Erstausbildung oft nur der Anfang. Lebenslanges Lernen ist zur Notwendigkeit geworden, und in der Schweiz hat sich hierfür ein äusserst flexibles und modulares System etabliert: die Weiterbildungen auf Hochschulstufe, strukturiert in CAS, DAS und MAS. Das Interesse daran ist riesig: Eine Studie zeigt, dass mehr als die Hälfte der FH-Absolventen eine Weiterbildung planen. Die Wahl des richtigen Formats ist eine strategische Entscheidung, die von Zeit, Budget und Karriereziel abhängt.

Diese drei Formate bilden ein Baukastensystem, das es Berufstätigen ermöglicht, ihr Bildungs-Portfolio gezielt und flexibel zu erweitern. Ein CAS kann eine schnelle, fokussierte Antwort auf eine neue berufliche Anforderung sein, während ein MAS eine tiefgreifende Transformation und Neupositionierung im Berufsleben ermöglicht. Die Entscheidung hängt von einer präzisen Analyse der eigenen Situation ab – eine Präzision, die an die Schweizer Uhrmacherkunst erinnert.

Makroaufnahme von Schweizer Uhrmechanik als Metapher für präzises Zeitmanagement in der Weiterbildung

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Merkmale der drei Formate zusammen und hilft bei der Einordnung:

Vergleich der Weiterbildungsformate CAS, DAS und MAS
Format Dauer Zweck Investition
CAS (Certificate of Advanced Studies) 1 Semester (ca. 10-15 ECTS) Fachspezifische Vertiefung in einem eng definierten Thema. Niedrig
DAS (Diploma of Advanced Studies) 2 Semester (ca. 30 ECTS) Erweiterte Spezialisierung, oft durch Kombination von 2-3 CAS. Mittel
MAS (Master of Advanced Studies) 3-4 Semester (mind. 60 ECTS) Umfassende, berufsbegleitende Weiterbildung, die zu einem Master-Titel führt. Hoch

Die strategische Kombination dieser Bausteine erlaubt es, die eigene Qualifikation schrittweise und bedarfsgerecht auszubauen, ohne die Karriere für längere Zeit unterbrechen zu müssen. Es ist die perfekte Antwort der Schweizer Bildungslandschaft auf die Anforderungen der modernen Arbeitswelt.

Die Wahl des richtigen Formats ist entscheidend für den Erfolg Ihrer Weiterbildung. Die Abwägung zwischen CAS, DAS und MAS bildet somit den Abschluss Ihrer strategischen Karriereplanung.

Die Entscheidung für einen Bildungsweg ist weit mehr als eine akademische Wahl – sie ist eine Investition in Ihre Zukunft. Indem Sie die spezifischen Anforderungen des Schweizer Arbeitsmarktes, die Bedeutung von Netzwerken und Akkreditierungen sowie die unterschiedlichen Stärken von FH, Uni und Weiterbildungen verstehen, können Sie eine fundierte Entscheidung treffen, die Ihren persönlichen Return on Investment maximiert. Beginnen Sie noch heute mit der strategischen Planung Ihres Bildungs-Portfolios, um Ihren langfristigen Karriere-ROI gezielt zu steigern.

Häufige Fragen zu Schweizer Bildungsabschlüssen

Welche Zulassungsvoraussetzungen gelten für eine Höhere Fachschule?

Die meisten höheren Fachschulen verlangen ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis (EFZ) einer beruflichen Grundbildung im entsprechenden oder in einem verwandten Bereich. Oft wird zusätzlich eine gewisse Berufserfahrung vorausgesetzt.

Wie unterscheiden sich die Abschlüsse HF und FH in der Praxis?

Ein Abschluss einer Höheren Fachschule (HF) qualifiziert hauptsächlich für anspruchsvolle Fach- und Führungsaufgaben mit hohem Praxisbezug. Die Ausbildung an einer Fachhochschule (FH) ist ebenfalls praxisorientiert, aber stärker wissenschaftlich fundiert und führt zu Tätigkeiten in der Konzeption, Gestaltung, Kontrolle und Entwicklung von Produkten oder Dienstleistungen.

Ist Berufserfahrung für eine HF-Ausbildung notwendig?

Ja, in der Regel erfordert die Ausbildung an einer höheren Fachschule vorgängige Berufserfahrung im relevanten Berufsfeld. Dies stellt den starken Praxisbezug der Ausbildung sicher.

Geschrieben von Reto Brunner, HR-Leiter mit eidg. Diplom und Karriereberater mit über 15 Jahren Erfahrung im Schweizer KMU-Umfeld. Spezialisiert auf den verdeckten Arbeitsmarkt und Rekrutierungsstrategien.