
Zusammenfassend:
- Der Schlüssel zum Erfolg ist kein starrer, auswendig gelernter Text, sondern ein flexibles mentales Gerüst, das Ihnen auch unter Stress Sicherheit gibt.
- Strukturieren Sie Ihre Antwort nach der Vergangenheit-Gegenwart-Zukunft-Formel, um einen klaren roten Faden zu schaffen.
- Passen Sie den Fokus Ihres Pitches gezielt an Ihren Gesprächspartner an – HR interessiert sich für Kultur, der Fachbereich für konkrete Problemlösungen.
- Authentizität im Schweizer Kontext bedeutet, professionelle Stärken und Motivation zu zeigen, nicht persönliche Schwächen preiszugeben.
- Untermauern Sie Ihre Erfolge mit konkreten Zahlen in Schweizer Franken, um maximale Überzeugungskraft zu erzielen.
Dieser Satz ist für viele Bewerber der Moment, in dem der Puls steigt und die Hände feucht werden: „Erzählen Sie doch mal etwas über sich.“ Ein leerer Raum, der gefüllt werden will, und die Angst, das Falsche zu sagen, zu langweilen oder den Faden zu verlieren. Vielleicht haben Sie schon unzählige Ratgeber gelesen, die Ihnen empfehlen, einfach selbstbewusst zu sein, eine spannende Geschichte zu erzählen oder Ihren Pitch perfekt auswendig zu lernen. Doch in der Realität des Vorstellungsgesprächs, wenn die Nervosität einsetzt, fühlen sich diese Ratschläge oft hohl und unerreichbar an. Die Gefahr, den Lebenslauf monoton herunterzurattern oder sich in Details zu verlieren, ist gross.
Die Wahrheit ist: Ein überzeugender Pitch hat weniger mit schauspielerischem Talent zu tun, als Sie vielleicht denken. Es geht nicht darum, eine Rolle zu spielen, sondern darum, eine Struktur zu haben, die Ihnen Halt gibt. Was wäre, wenn der Schlüssel nicht im perfekten Auswendiglernen, sondern im Aufbau eines robusten mentalen Gerüsts liegt? Eines Rahmens, der es Ihnen erlaubt, flexibel auf die Situation zu reagieren, authentisch zu bleiben und Ihre Kompetenzen souverän auf den Punkt zu bringen – selbst wenn Sie nervös sind. Dieses Gerüst ist Ihr persönlicher Sicherheitsanker, der Ihnen die Freiheit gibt, nicht nur zu informieren, sondern eine Verbindung zu Ihrem Gegenüber aufzubauen.
Dieser Artikel zeigt Ihnen, wie Sie dieses mentale Gerüst Schritt für Schritt aufbauen. Wir zerlegen die gefürchtete Einstiegsfrage in handhabbare Bausteine – von einer bewährten Erzählstruktur über die Macht der Körpersprache bis hin zur gezielten Anpassung Ihres Pitches an verschiedene Gesprächspartner im spezifischen Schweizer Arbeitsmarkt. Sie lernen, wie Sie Ihre Karriere als eine logische Entwicklung präsentieren und Ihre Erfolge so formulieren, dass sie wirklich in Erinnerung bleiben.
Inhaltsverzeichnis: So meistern Sie Ihren Pitch im Vorstellungsgespräch
- Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft: Die 3-Minuten-Formel, die immer funktioniert
- Wohin mit den Händen? Wie Sie Kompetenz ausstrahlen, bevor Sie ein Wort sagen
- Wie Sie Ihre Karriere als spannende Heldenreise erzählen, statt den CV vorzulesen
- Wie Sie im Pitch authentisch bleiben, ohne sich selbst zu disqualifizieren
- Pitch für HR vs. Pitch für den Fachbereich: Wo liegen die Unterschiede?
- Wie sprechen Sie einen CEO am Apéro an, ohne aufdringlich zu wirken?
- Langweilen Sie nicht: Wie Sie trockene Zahlen vor dem Management überzeugend präsentieren
- Wie stechen Sie aus 100 Bewerbungen hervor, wenn alle ähnliche Qualifikationen haben?
Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft: Die 3-Minuten-Formel, die immer funktioniert
Die grösste Falle bei der Selbstpräsentation ist die Strukturlosigkeit. Ohne einen klaren roten Faden springen wir von einer Station zur nächsten und verlieren nicht nur unser Gegenüber, sondern auch uns selbst. Die Lösung ist ein einfaches, aber extrem wirkungsvolles narratives Gerüst: die Vergangenheit-Gegenwart-Zukunft-Formel. Sie zwingt Sie zur Prägnanz und sorgt für eine logische, leicht verständliche Erzählung. Das Ziel ist nicht, Ihre gesamte Lebensgeschichte in drei Minuten zu pressen, sondern gezielt die relevantesten Punkte zu verknüpfen. Idealerweise widmen Sie jeder Phase rund 60 Sekunden.
Vergangenheit (ca. 60 Sek.): Beginnen Sie nicht bei Ihrer Ausbildung, sondern bei der relevantesten beruflichen Station für die angestrebte Position. Fassen Sie kurz zusammen, welche Schlüsselkompetenzen Sie dort erworben haben. Dies ist Ihr Fundament. Beispiel: „In meinen fünf Jahren als Projektleiter bei der Firma X habe ich gelernt, komplexe Projekte im Medtech-Bereich von der Konzeption bis zur Markteinführung zu steuern.“
Gegenwart (ca. 60 Sek.): Verbinden Sie die Vergangenheit mit Ihrer aktuellen Situation und Motivation. Warum sind Sie hier? Was bringen Sie jetzt mit, das für das Unternehmen wertvoll ist? Dies ist der Kern Ihres Pitches. Beispiel: „Aktuell suche ich eine neue Herausforderung, bei der ich meine Expertise in der Prozessoptimierung gezielt einsetzen kann. Ihr Unternehmen fasziniert mich, da Sie genau in diesem Bereich expandieren.“
Zukunft (ca. 60 Sek.): Schliessen Sie mit einer klaren Vision ab. Wie können Sie konkret zum zukünftigen Erfolg des Unternehmens beitragen? Zeigen Sie, dass Sie sich mit der Firma auseinandergesetzt haben und ein gemeinsames Ziel verfolgen. Beispiel: „Ich bin überzeugt, dass ich mit meiner Erfahrung dazu beitragen kann, Ihre internationalen Produktlancierungen effizienter zu gestalten und die Time-to-Market zu verkürzen.“ Diese Struktur gibt Ihnen einen verlässlichen Fahrplan, der auch unter Stress funktioniert.
Wohin mit den Händen? Wie Sie Kompetenz ausstrahlen, bevor Sie ein Wort sagen
Lange bevor Sie den ersten Satz Ihrer Selbstpräsentation sagen, hat Ihr Körper bereits eine Botschaft gesendet. Die nonverbale Kommunikation ist kein Nebenschauplatz, sondern die Bühne, auf der Ihre Worte erst ihre volle Wirkung entfalten. Insbesondere in der eher zurückhaltenden Schweizer Geschäftskultur werden Signale von Nervosität oder Arroganz sensibel wahrgenommen. Die Frage „Wohin mit den Händen?“ ist daher zentral. Verschränkte Arme signalisieren Abwehr, in den Hosentaschen versteckte Hände Unsicherheit und ein fuchtelndes Gestikulieren mangelnde Kontrolle.
Die Lösung liegt in einer offenen und ruhigen Körperhaltung. Ihre Hände sind Ihre wichtigsten Werkzeuge, um Vertrauen und Kompetenz zu signalisieren. Legen Sie sie locker gefaltet auf den Tisch oder lassen Sie sie ruhig im Schoss ruhen. Wenn Sie gestikulieren, tun Sie es bewusst und mit offenen Handflächen. Eine solche Haltung strahlt Transparenz und Engagement aus. Dies wird auch von Experten bestätigt.

Wie Robert Walters Schweiz, eine führende Personalberatung, in ihren Karrieretipps hervorhebt, sind die ersten nonverbalen Signale entscheidend. Ein fester, aber nicht zu kräftiger Händedruck und ein authentisches Lächeln schaffen eine positive Grundstimmung. In der Schweiz gilt hier: Weniger ist mehr. Ein kurzes, festes Händeschütteln mit direktem Augenkontakt ist überzeugender als eine übertrieben joviale Begrüssung. Üben Sie diese Haltung vor dem Spiegel. Sie werden merken, wie eine bewusste Körpersprache nicht nur Ihre Aussenwirkung verändert, sondern Ihnen auch innerlich mehr Stabilität und Selbstvertrauen verleiht.
Ein fester, aber nicht zu kräftiger Händedruck und ein freundliches Lächeln signalisieren Selbstbewusstsein und Offenheit. Eine offene Handhaltung (Handflächen teilweise sichtbar) strahlt Transparenz und Engagement aus.
– Robert Walters Schweiz, Karriere-Tipps für Vorstellungsgespräche
Wie Sie Ihre Karriere als spannende Heldenreise erzählen, statt den CV vorzulesen
Nichts ist ermüdender für einen Personaler als ein Bewerber, der seinen Lebenslauf chronologisch vorliest. Die Fakten stehen bereits auf dem Papier. Ihre Aufgabe im Gespräch ist es, diese Fakten mit Leben zu füllen und in eine kohärente Erzählung zu verwandeln – eine Art professionelle Heldenreise. Es geht darum, einen roten Faden zu spinnen, der zeigt, warum jede Ihrer Stationen eine logische Vorbereitung auf genau diese Position war. Sie sind der Held Ihrer eigenen Karrieregeschichte, der Herausforderungen gemeistert und wertvolle Erfahrungen gesammelt hat.
Ein hervorragendes Werkzeug dafür ist die CAR-Methode (Challenge, Action, Result). Anstatt nur Ihre Aufgaben aufzuzählen („Ich war verantwortlich für…“), erzählen Sie eine Mini-Geschichte zu Ihren wichtigsten Erfolgen. Beginnen Sie mit der Herausforderung (Challenge), beschreiben Sie Ihre konkrete Handlung (Action) und präsentieren Sie das messbare Ergebnis (Result). Dieser Ansatz verwandelt trockene Fakten in greifbare Erfolge und beweist Ihre Problemlösungskompetenz.
Erfolgreiche Bewerber in der Schweiz nutzen diese strukturierte Erzählweise, um Kompetenz ohne Überheblichkeit zu demonstrieren. Laut den Experten von Robert Half ist es wichtig, den Bogen von der allgemeinen Erfahrung zu spezifischen Erfolgen zu schlagen. Anstatt zu sagen „Ich bin gut im Vertrieb“, erzählen Sie eine CAR-Geschichte: „(C) Die grösste Herausforderung in meiner letzten Position war der stagnierende Umsatz in einer Schlüsselregion. (A) Ich habe daraufhin eine neue Akquise-Strategie entwickelt und das Team gezielt darauf geschult. (R) Dadurch konnten wir den Umsatz in dieser Region innerhalb von 12 Monaten um 15 % steigern, was einem zusätzlichen Deckungsbeitrag von 250’000 CHF entsprach.“ Diese Art des Erzählens bleibt im Gedächtnis und hebt Sie deutlich von anderen Bewerbern ab.
Wie Sie im Pitch authentisch bleiben, ohne sich selbst zu disqualifizieren
Authentizität ist ein Modewort in der modernen Arbeitswelt. Doch im Kontext eines Schweizer Vorstellungsgesprächs kann sie zur Falle werden. „Sei einfach du selbst“ ist ein gefährlicher Rat, wenn er als Freibrief für unprofessionelle Offenheit missverstanden wird. Authentizität bedeutet nicht, persönliche Schwächen oder private Probleme preiszugeben. Es geht um eine kontrollierte Authentizität: Sie zeigen Ihre wahre berufliche Persönlichkeit, Ihre echten Stärken und Ihre aufrichtige Motivation, bleiben aber stets im professionellen Rahmen.
In der Schweiz wird besonders viel Wert auf Beständigkeit und eine langfristige Perspektive gelegt. Wie Erfahrungen von Schweizer Personalexperten zeigen, sind Loyalität und Stabilität oft entscheidende Faktoren bei der Einstellung. Ein Pitch, der sich auf häufige Jobwechsel aus reiner Abenteuerlust konzentriert, wird hier tendenziell negativ bewertet. Authentisch ist es dann, die Wechsel als logische Schritte in Ihrer Kompetenzentwicklung zu rahmen, anstatt sie als Sprunghaftigkeit darzustellen. Zeigen Sie, dass Ihre Entscheidungen durch den Wunsch nach fachlicher Vertiefung und dem Aufbau nachhaltiger Expertise motiviert waren.
Um diese Balance zu finden, sollten Sie nicht einen starren Text, sondern ein flexibles Gerüst vorbereiten. Definieren Sie drei Kernbotschaften über sich, die Ihre professionelle Identität widerspiegeln (z.B. „Ich bin ein analytischer Problemlöser“, „Ich bin ein teamorientierter Brückenbauer“). Üben Sie, diese Botschaften mit verschiedenen Erfolgsbeispielen zu untermauern. So wirken Sie natürlich und können auf die Gesprächsdynamik reagieren. Formulieren Sie Ihre Ambitionen auf „Schweizer Art“: Bescheiden, aber selbstbewusst. Statt „Ich will der Beste sein“ sagen Sie „Ich möchte meine Expertise einbringen, um gemeinsam mit dem Team die Qualitätsstandards weiter zu erhöhen.“ Das ist authentisch, professionell und kulturell passend.
Pitch für HR vs. Pitch für den Fachbereich: Wo liegen die Unterschiede?
Ein grosser Fehler vieler Bewerber ist die Annahme, ein Pitch passe für alle. In einem mehrstufigen Schweizer Bewerbungsprozess sprechen Sie jedoch mit unterschiedlichen Personen, die verschiedene Hüte aufhaben und unterschiedliche Interessen verfolgen. Ihr mentales Gerüst für den Pitch muss flexibel genug sein, um den Fokus je nach Gesprächspartner anzupassen. Die Kernaussage bleibt gleich, aber die Beispiele und die Wortwahl ändern sich.
Die HR-Abteilung prüft primär die kulturelle Passung, Ihre Motivation und Ihre langfristige Perspektive. Hier geht es um die Frage: Passt dieser Mensch zu unserer Unternehmenskultur und unseren Werten? Ihr Pitch sollte hier Schlüsselbegriffe wie „Qualitätsbewusstsein“, „Zuverlässigkeit“, „Teamfähigkeit“ und „Konsensfindung“ betonen. Zeigen Sie, dass Sie die Schweizer Arbeitskultur mit ihrem Fokus auf Präzision und gemeinsamer Lösungsfindung verstehen und schätzen.
Der Vorgesetzte aus dem Fachbereich hat eine andere Priorität: Er oder sie hat ein konkretes Problem und sucht die beste Person, um es so schnell und effizient wie möglich zu lösen. Hier müssen Sie mit Fachkompetenz und konkreten Erfolgen überzeugen. Sprechen Sie die Sprache des Fachbereichs: Nutzen Sie relevante KPIs, sprechen Sie über ROI und demonstrieren Sie Ihre Marktkenntnis. Ihr Pitch sollte eine direkte Antwort auf die Herausforderungen der Abteilung sein. Der Schweizer Bewerbungsprozess ist bekannt für seine geringe Toleranz gegenüber Abweichungen; Firmen lassen Positionen lieber monatelang unbesetzt, als jemanden einzustellen, der nicht perfekt passt. Ein präzise zugeschnittener Pitch ist daher entscheidend.
Der folgende Überblick fasst die wichtigsten Unterschiede zusammen und gibt Ihnen konkrete Formulierungsbeispiele an die Hand.
| Gesprächspartner | Fokus | Schlüsselwörter | Beispielformulierung |
|---|---|---|---|
| HR-Abteilung | Kulturelle Passung, Langfristige Perspektive | Qualitätsbewusstsein, Zuverlässigkeit, Konsensfindung | ‚Ich schätze die Schweizer Arbeitskultur mit ihrem Fokus auf Präzision und Teamkonsens‘ |
| Fachbereich/Linienvorgesetzte | Sofortige Problemlösung, Marktkenntnis | KPIs, ROI, Effizienzsteigerung in CHF | ‚Ich sehe Ihre Herausforderung mit Regulierung Y und habe bereits 500’000 CHF eingespart durch…‘ |
| Zukünftige Kollegen | Kooperationsfähigkeit, Wissensteilung | Teamwork, Knowledge-Sharing, gemeinsame Ziele | ‚Ich freue mich darauf, meine Erfahrungen im Team zu teilen und voneinander zu lernen‘ |
Wie sprechen Sie einen CEO am Apéro an, ohne aufdringlich zu wirken?
Networking-Anlässe wie der typische Schweizer Apéro sind eine exzellente Gelegenheit, um mit Entscheidungsträgern ins Gespräch zu kommen. Doch die Gratwanderung zwischen interessiert und aufdringlich ist schmal. Einen CEO direkt mit der Jobsuche zu konfrontieren, ist in der Regel ein Fauxpas. Das Ziel in dieser Situation ist nicht, einen Job zu bekommen, sondern Neugier zu wecken und die Erlaubnis für einen späteren, formelleren Kontakt zu erhalten.
Der Schlüssel liegt in der indirekten Herangehensweise. Beginnen Sie das Gespräch nicht mit sich selbst, sondern mit einem Thema, das den CEO interessiert: sein Unternehmen, ein aktueller Branchentrend oder eine gemeinsame Verbindung. Stellen Sie eine intelligente Frage zu einem kürzlichen Erfolg der Firma oder einem öffentlichen Auftritt. Dies zeigt, dass Sie Ihre Hausaufgaben gemacht haben und echtes Interesse mitbringen. Wenn dann die unvermeidliche Gegenfrage „Und was machen Sie?“ kommt, ist Ihr Moment gekommen – aber nicht für den 3-Minuten-Pitch.

Hier brauchen Sie eine 15-Sekunden-Version Ihres Pitches, die nicht auf Fakten, sondern auf Leidenschaft und Vision abzielt. Antworten Sie nicht mit Ihrem Jobtitel, sondern mit Ihrer Mission. Statt „Ich bin Marketing Manager“ sagen Sie „Ich helfe Technologieunternehmen dabei, komplexe Produkte in einfache Geschichten zu verwandeln, die Kunden begeistern.“ Diese Formulierung ist ein Gesprächsöffner und lädt zu Nachfragen ein. Das Ziel ist es, das Gespräch mit einer Frage wie „Das klingt spannend. Dürfte ich Sie dazu nächste Woche vielleicht kurz kontaktieren, um einen Gedanken dazu auszutauschen?“ zu beenden. So wirken Sie professionell, respektvoll und bleiben positiv in Erinnerung.
Langweilen Sie nicht: Wie Sie trockene Zahlen vor dem Management überzeugend präsentieren
In Ihrem Pitch, insbesondere wenn Sie mit dem Fachbereich oder dem Management sprechen, sind Zahlen entscheidend. Sie sind der harte Beweis für Ihre Kompetenz. Doch eine reine Aufzählung von Prozentzahlen oder KPIs kann schnell langweilig und abstrakt wirken. Die Kunst besteht darin, Zahlen so zu präsentieren, dass sie eine Geschichte erzählen und einen direkten Bezug zum Unternehmenserfolg herstellen. Der wichtigste Trick dabei: Bestehen Sie den „Na und?“-Test.
Jedes Mal, wenn Sie eine Zahl nennen, fragen Sie sich im Geiste: „Na und?“. Was bedeutet diese Zahl konkret für das Unternehmen? Wenn Sie sagen: „Ich habe den Prozess um 20 % effizienter gemacht“, lautet die Antwort auf „Na und?“ vielleicht: „…was dem Team pro Woche 10 Stunden Zeit gespart hat, die wir in die Entwicklung neuer Features investieren konnten.“ Diese Kontextualisierung macht den Erfolg greifbar. Besonders in der Schweiz, wo Pragmatismus und ein klarer Business Case hoch im Kurs stehen, ist dies entscheidend.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Wahl der richtigen Einheit. Wie Personalexperten bestätigen, sind konkrete Beträge in Schweizer Franken oft doppelt so überzeugend wie relative Prozentzahlen. Statt „Ich habe die Kosten um 15 % gesenkt“ sagen Sie besser: „Ich habe ein Projekt geleitet, das die jährlichen Betriebskosten um 500’000 CHF reduziert hat.“ Dieser Betrag ist für das Management sofort verständlich und zeigt den direkten finanziellen Mehrwert, den Sie schaffen. Bereiten Sie für Ihren Pitch zwei bis drei solcher Erfolgsgeschichten vor, in denen eine Zahl nicht nur genannt, sondern in ihrer Bedeutung für das Unternehmen erklärt wird. So verwandeln Sie trockene Daten in ein überzeugendes Argument für Ihre Einstellung.
Das Wichtigste in Kürze
- Struktur schlägt Auswendiglernen: Ein flexibles mentales Gerüst (z.B. Vergangenheit-Gegenwart-Zukunft) gibt Ihnen mehr Sicherheit als ein starrer, auswendig gelernter Text.
- Kontext ist alles: Passen Sie den Fokus Ihres Pitches immer an Ihren Gesprächspartner an. HR achtet auf kulturelle Passung, der Fachbereich auf konkrete Problemlösungskompetenz.
- Zahlen brauchen eine Geschichte: Untermauern Sie Ihre Erfolge mit messbaren Ergebnissen und übersetzen Sie diese in einen konkreten Mehrwert für das Unternehmen, am besten in Schweizer Franken.
Wie stechen Sie aus 100 Bewerbungen hervor, wenn alle ähnliche Qualifikationen haben?
In einem kompetitiven Markt wie der Schweiz, wo sich oft Dutzende hochqualifizierte Kandidaten auf eine einzige Stelle bewerben, reichen gute Qualifikationen allein nicht aus. Wenn alle Bewerber auf dem Papier ähnlich beeindruckend aussehen, wird der persönliche Eindruck im Gespräch zum entscheidenden Faktor. Ihr Pitch ist die beste Gelegenheit, sich von der Masse abzuheben. Der Schlüssel dazu liegt in einem Wort: Hyper-Personalisierung. Zeigen Sie, dass Sie sich nicht nur für irgendeinen Job, sondern für genau diesen Job in genau diesem Unternehmen beworben haben.
Eine tiefgehende Vorbereitung ist hier unerlässlich. Es reicht nicht, die „Über uns“-Seite der Website zu lesen. Tauchen Sie tiefer ein. Analysieren Sie den aktuellen Geschäftsbericht und zitieren Sie eine strategische Priorität, an die Sie mit Ihrer Erfahrung anknüpfen können. Suchen Sie nach Interviews des CEOs oder von Führungskräften in der NZZ oder der Handelszeitung und beziehen Sie sich auf eine Aussage, die Sie inspiriert hat. Das demonstriert ein Engagement, das weit über das Übliche hinausgeht und bei Schweizer Unternehmen, die Wert auf gut strukturierte und präzise Vorbereitung legen, äusserst positiv ankommt.
In der Schweiz wird viel Wert auf gut strukturierte und präzise Lebensläufe gelegt. Das beinhaltet eine lückenlose Darstellung Ihrer gesamten beruflichen Erfahrungen sowie allen Qualifikationen
– Rocken Jobs, Bewerbungsratgeber Schweiz 2024
Ihr Alleinstellungsmerkmal (USP) liegt in der einzigartigen Kombination Ihrer Fähigkeiten, Erfahrungen und Ihrer Persönlichkeit. Verknüpfen Sie diese mit den spezifischen Bedürfnissen des Unternehmens. Adressieren Sie eine im Stelleninserat genannte Herausforderung proaktiv und skizzieren Sie kurz, wie Ihr Ansatz aussehen könnte. Nutzen Sie gezielt die Sprache des Unternehmens und Schweizer Schlüsselbegriffe wie „pragmatische Lösungen“, „qualitätsorientiert“ oder „nachhaltige Entwicklung“. Indem Sie zeigen, dass Sie die Kultur, die Ziele und die Herausforderungen des Unternehmens auf einer tiefen Ebene verstanden haben, werden Sie von einem qualifizierten Bewerber zu einem potenziellen Partner auf Augenhöhe.
Ihr Plan zur Hyper-Personalisierung für den Schweizer Markt
- Geschäftsbericht analysieren: Recherchieren Sie den aktuellen Geschäftsbericht und identifizieren Sie 1-2 strategische Unternehmensziele, auf die Sie im Pitch direkt Bezug nehmen können.
- Medienpräsenz prüfen: Lesen Sie aktuelle Interviews des CEOs oder von Führungskräften (z.B. in NZZ, Handelszeitung) und notieren Sie sich ein Zitat, das Sie als Gesprächsöffner nutzen können.
- Sprachkompetenz strategisch einsetzen: Identifizieren Sie die Hauptsprache(n) des Unternehmens und bereiten Sie Schlüsselbegriffe Ihres Pitches auch auf Englisch oder Französisch vor, um Ihre Mehrsprachigkeit zu demonstrieren.
- Schwächen proaktiv rahmen: Identifizieren Sie eine potenzielle Lücke in Ihrem CV (z.B. fehlende Branchenerfahrung) und bereiten Sie eine Formulierung vor, die dies als Stärke (z.B. frische Perspektive) darstellt.
- Schlüsselbegriffe integrieren: Bauen Sie mindestens drei typische Schweizer Business-Begriffe wie ‚pragmatische Lösungen‘, ‚qualitätsorientiert‘ oder ’nachhaltige Entwicklung‘ authentisch in Ihren Pitch ein.
Beginnen Sie noch heute damit, Ihr persönliches mentales Gerüst zu entwerfen. Nehmen Sie sich eine Stunde Zeit, um Ihre Karriere durch die Brille der Vergangenheit-Gegenwart-Zukunft-Formel zu betrachten und Ihre drei wichtigsten Erfolgsgeschichten nach der CAR-Methode auszuformulieren. Das ist die beste Investition in Ihren nächsten Karriereschritt.