
Ein Zickzack-Lebenslauf ist in der Schweiz kein Nachteil, sondern der Beweis für eine seltene und gefragte Meta-Kompetenz.
- Statt Stationen zu rechtfertigen, müssen Sie die übergeordnete Fähigkeit (Ihre „Meta-Kompetenz“) identifizieren, die alle Jobs verbindet.
- Diese Geschichte wird zur „narrativen Evidenz“, die fehlende oder lückenhafte Arbeitszeugnisse durch eine überzeugende Logik ersetzt.
Empfehlung: Definieren Sie die eine Fähigkeit, die alle Ihre Stationen verbindet, und bauen Sie Ihre gesamte Bewerbung um diese eine, starke Geschichte.
Viele Fachkräfte mit einem bunten Werdegang kennen das Gefühl: Man blickt auf den eigenen Lebenslauf und sieht eine Ansammlung von scheinbar unzusammenhängenden Stationen. Ein „Zickzack-Lebenslauf“. Die Sorge, als sprunghaft oder unentschlossen wahrgenommen zu werden, ist besonders im strukturierten Schweizer Arbeitsmarkt gross. Die gängigen Ratschläge sind oft defensiv: Lücken schönreden, mit einem funktionalen Lebenslauf von der Chronologie ablenken oder jeden Wechsel als vage „Lernerfahrung“ verkaufen. Doch diese Ansätze behandeln den Werdegang wie eine Schwäche, die es zu kaschieren gilt.
Was aber, wenn die wahre Stärke genau in diesen Kurven und Abzweigungen liegt? Wenn Ihr Weg nicht das Problem, sondern die Lösung ist? Der Schlüssel liegt nicht darin, die Vergangenheit zu glätten, sondern sie gezielt zu deuten. Es geht darum, einen „roten Faden“ zu spinnen, der nicht nur die Punkte verbindet, sondern eine überzeugende Geschichte über die Entwicklung einer einzigartigen Expertise erzählt. Diese Expertise, eine Art Meta-Kompetenz, ist oft wertvoller als ein geradliniger Weg, weil sie aus der Kombination verschiedener Perspektiven und Fähigkeiten entsteht.
Dieser Artikel ist eine strategische Anleitung für alle, die ihre vielfältige Erfahrung nicht länger rechtfertigen, sondern als ihr grösstes Kapital verkaufen wollen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihren roten Faden finden, Ihre einzigartige Kompetenz-Story entwickeln und diese im Interview mit der STAR-Methode untermauern. Sie lernen, wie Sie Ihre sozialen Fähigkeiten als harte Fakten präsentieren und 15 Jahre Erfahrung in drei Sätzen zusammenfassen, die neugierig machen und Sie als den Experten positionieren, der Sie sind.
Um Ihnen eine klare Struktur für diesen Prozess zu geben, führt Sie dieser Leitfaden durch die entscheidenden Schritte – von der Beweisführung Ihrer Kompetenzen bis zur Formulierung Ihres einzigartigen Wertversprechens.
Inhaltsverzeichnis: Vom Lebenslauf-Puzzle zur überzeugenden Experten-Story
- Situation, Task, Action, Result: Wie Sie Kompetenzen im Interview beweisbar machen
- Was ist Ihr Alleinstellungsmerkmal? Die eine Sache, die Sie besser können als andere
- Warum akzeptieren Schweizer Arbeitgeber oft keine Erfahrung ohne schriftlichen Beleg?
- Warum EQ oft über die Beförderung entscheidet, wenn der IQ bei allen gleich hoch ist
- Wenn Empathie wichtiger ist als Excel: Wie Sie soziale Kompetenzen als Hard Facts verkaufen
- Muss „MS Office“ noch in den CV? Welche Skills heute als selbstverständlich gelten
- Welche Schlagworte suchen Headhunter in Ihrer Branche aktuell?
- Wie fassen Sie 15 Jahre Erfahrung in 3 Sätzen zusammen, die neugierig machen?
Situation, Task, Action, Result: Wie Sie Kompetenzen im Interview beweisbar machen
Der überzeugendste Lebenslauf nützt nichts, wenn Sie Ihre Kompetenzen im entscheidenden Moment – dem Vorstellungsgespräch – nicht belegen können. Behauptungen wie „Ich bin ein Teamplayer“ oder „Ich bin lösungsorientiert“ sind leere Worthülsen, solange sie nicht mit konkreten Beweisen untermauert werden. Hier ist die STAR-Methode (Situation, Task, Action, Result) Ihr mächtigstes Werkzeug. Sie zwingt Sie, vage Aussagen in greifbare Erfolgsgeschichten zu verwandeln. Gerade in einem angespannten Arbeitsmarkt, wie ihn die Schweiz aktuell erlebt, ist diese Form der präzisen Kommunikation entscheidend. Aktuelle Daten zeigen einen Rückgang um 24,9 Prozent der offenen Stellen im Vergleich zum Vorjahr, was den Wettbewerb verschärft.
Die Methode strukturiert Ihre Antworten klar und logisch: Beschreiben Sie die Situation (den Kontext), die Task (Ihre konkrete Aufgabe), die von Ihnen durchgeführte Action (Ihre Handlung) und das Result (das messbare Ergebnis). Dieser Ansatz ist besonders wertvoll für Menschen mit Zickzack-Lebensläufen, da er es ermöglicht, Fähigkeiten aus völlig unterschiedlichen Branchen vergleichbar zu machen. Ein Projekterfolg im Marketing kann so als Beweis für Organisationsgeschick in einer Logistik-Bewerbung dienen. Der Schlüssel ist, nicht die Branche, sondern die übertragbare Kompetenz in den Mittelpunkt zu stellen. Selbst vermeintliche Misserfolge lassen sich so als wertvolle Lernerfahrungen darstellen.
Fallbeispiel: STAR-Methode bei Amazon – Scheitern als Innovationstreiber
Ein prominentes Beispiel für die Anwendung der STAR-Methode ist Amazon. Das Unternehmen ermutigt Bewerbende explizit, auch über Misserfolge zu sprechen. Die Logik dahinter ist, dass Innovation ohne das Eingehen von Risiken und gelegentliches Scheitern unmöglich ist. In Interviews wird erwartet, dass Kandidaten darlegen können, wie sie mit einem Rückschlag umgegangen sind (Action) und welche konkreten Lehren sie daraus für zukünftige Projekte gezogen haben (Result). Ein Bewerber könnte zum Beispiel beschreiben, wie ein gescheiterter Produktlaunch zu einer grundlegenden Überarbeitung des Kundenfeedback-Prozesses führte, was die Erfolgsquote nachfolgender Launches um 30 % erhöhte. Dies verwandelt einen Misserfolg in einen Beweis für Lernfähigkeit und strategisches Denken.
Ihr Aktionsplan: Vorbereitung auf STAR-Interviews
- Erfahrungen strukturieren: Gehen Sie Ihre wichtigsten beruflichen Stationen durch. Identifizieren Sie für jede Position eine besondere Herausforderung oder einen Erfolg und notieren Sie Stichpunkte zu Situation, Aufgabe, Ihrer Aktion und dem Ergebnis.
- Stellenanzeige analysieren: Markieren Sie die wichtigsten geforderten Kompetenzen und Soft Skills in der Ausschreibung. Bereiten Sie für jede dieser Anforderungen eine passende STAR-Geschichte aus Ihrem Erfahrungsschatz vor.
- STAR-Interview üben: Formulieren Sie Ihre Geschichten aus und üben Sie, sie laut zu erzählen. Achten Sie auf eine klare, ruhige Sprechweise und bleiben Sie bei den Fakten. So wirken Ihre Antworten im Gespräch souverän und authentisch.
Was ist Ihr Alleinstellungsmerkmal? Die eine Sache, die Sie besser können als andere
Erfolg besteht darin, dass man genau die Fähigkeiten hat, die im Moment gefragt sind.
– Henry Ford, in Karrierebibel
Das Zitat von Henry Ford bringt es auf den Punkt: Es geht nicht darum, alles ein bisschen zu können, sondern die eine, entscheidende Fähigkeit zu besitzen, die ein Unternehmen genau jetzt braucht. Für Menschen mit einem Zickzack-Lebenslauf liegt dieses Alleinstellungsmerkmal (Unique Selling Proposition, USP) oft nicht in einer einzelnen Fachkompetenz, sondern in der Fähigkeit, Brücken zu bauen. Sie sind der seltene Experte, der die Sprache der IT-Abteilung und des Marketings spricht, der technisches Verständnis mit Kundeneinfühlungsvermögen verbindet oder der die Mentalität der Deutschschweiz mit jener der Romandie versteht.
Ihre Aufgabe ist es, diese Kompetenz-Brücke zu identifizieren und zu benennen. Fragen Sie sich: Welche einzigartige Fähigkeit habe ich entwickelt, weil ich in den Bereichen A, B und C gearbeitet habe? Vielleicht ist es „komplexe technische Produkte für kreative Zielgruppen vermarkten“ oder „Change-Prozesse in traditionellen KMU agil gestalten“. Dieser USP ist der Kern Ihres roten Fadens. Er macht aus einer Reihe von Jobs eine logische Entwicklungsgeschichte. Er erklärt nicht, warum Sie gewechselt haben, sondern wozu diese Wechsel geführt haben: zur Entwicklung einer seltenen und wertvollen Meta-Kompetenz.

Gerade im vielschichtigen Schweizer Markt ist diese Brückenbauer-Fähigkeit ein oft unterschätztes, aber hochgeschätztes Gut. Die Fähigkeit, über Branchen-, Sprach- oder Abteilungsgrenzen hinweg zu denken und zu vermitteln, ist ein starkes Differenzierungsmerkmal. Ein Recruiter bestätigt diesen Punkt deutlich.
Kenntnisse des Marktes, der Arbeitsgesetze oder kultureller Besonderheiten in der Schweiz können Bewerber von anderen abheben. Personalverantwortliche schätzen Kandidaten, die den lokalen Kontext verstehen.
– Recruiter-Perspektive, jobs.ch
Warum akzeptieren Schweizer Arbeitgeber oft keine Erfahrung ohne schriftlichen Beleg?
Der Schweizer Arbeitsmarkt ist stark von einer „Zeugniskultur“ geprägt. Ein Arbeitszeugnis ist hier nicht nur eine Formalität, sondern ein zentrales Dokument, das die Dauer, die Aufgaben und vor allem die Leistungs- und Verhaltensbeurteilung eines Mitarbeiters festhält. Für viele Personalverantwortliche gilt der Grundsatz: Was nicht schriftlich belegt ist, hat quasi nicht stattgefunden. Diese Haltung wurzelt in einem tiefen Bedürfnis nach Verlässlichkeit, Qualität und Nachvollziehbarkeit – allesamt Kernwerte der Schweizer Arbeitswelt. Ein lückenloser Nachweis gilt als Zeichen von Stabilität und Professionalität.
Für Personen mit Zickzack-Lebensläufen, Freiberufler oder Menschen mit Projekterfahrung kann dies zur Hürde werden. Kurze Anstellungen führen oft zu standardisierten, wenig aussagekräftigen Zeugnissen, und für Projektarbeit gibt es oft gar keine. Hier stösst die rein dokumentenbasierte Bewertung an ihre Grenzen. Doch genau hier liegt Ihre Chance, mit dem roten Faden zu punkten. Wenn die papierene Beweiskette schwach ist, muss die narrative Evidenz umso stärker sein. Ihre Kompetenz-Story wird zum Ersatz für das fehlende oder schwache Zeugnis.
Anstatt sich für fehlende Belege zu entschuldigen, präsentieren Sie eine lückenlose Argumentationskette. Jede Station Ihres Lebenslaufs wird zu einem Kapitel in der Geschichte Ihrer Kompetenzentwicklung. Mit der STAR-Methode liefern Sie die konkreten, mündlichen Beweise für Ihre Fähigkeiten und Erfolge. Ihre Erzählung, gefüllt mit messbaren Ergebnissen und nachvollziehbaren Handlungen, schafft eine neue Form von Glaubwürdigkeit. Sie zeigen, dass Ihre Expertise nicht von einem Stück Papier abhängt, sondern auf realer, vielfältiger und anwendbarer Erfahrung beruht. So wird der Mangel an formalen Belegen zur Demonstration Ihrer überlegenen Kommunikations- und Überzeugungsfähigkeit.
Warum EQ oft über die Beförderung entscheidet, wenn der IQ bei allen gleich hoch ist
In vielen hochqualifizierten Berufsfeldern, insbesondere auf Experten- und Führungsebene, ist ein hoher Intelligenzquotient (IQ) eine Grundvoraussetzung. Fachliche Exzellenz und analytische Fähigkeiten werden als selbstverständlich angesehen. An diesem Punkt wird die fachliche Brillanz zum Standard, nicht mehr zum Unterscheidungsmerkmal. Die entscheidende Frage für die nächste Beförderung lautet dann nicht mehr „Wer ist der Klügste?“, sondern „Wer kann Menschen für eine gemeinsame Vision begeistern, Konflikte lösen und Teams durch unsichere Zeiten führen?“. Hier kommt der Emotionale Quotient (EQ) ins Spiel.
EQ beschreibt die Fähigkeit, die eigenen Emotionen und die anderer zu erkennen, zu verstehen und zu steuern. Er umfasst Kompetenzen wie Empathie, Selbstwahrnehmung, soziale Kompetenz und Impulskontrolle. Eine Person mit hohem EQ kann Spannungen im Team frühzeitig erkennen, Kritik konstruktiv äussern und annehmen und eine Atmosphäre psychologischer Sicherheit schaffen, in der Innovation gedeihen kann. Diese Fähigkeiten sind für den Unternehmenserfolg oft wichtiger als eine weitere technische Zertifizierung. Gerade in der konsensorientierten Schweizer Arbeitskultur ist die Fähigkeit zur Moderation und zum Aufbau stabiler Beziehungen entscheidend.
Für Menschen mit einem Zickzack-Lebenslauf ist der hohe EQ oft eine direkte Folge ihres Werdegangs. Jeder Jobwechsel erforderte ein hohes Mass an Anpassungsfähigkeit, Lernbereitschaft und sozialer Flexibilität. Sie mussten sich wiederholt in neue Teams, Kulturen und Kommunikationsstile integrieren. Diese ständige „soziale Kalibrierung“ trainiert den EQ auf natürliche Weise. Ihr roter Faden kann daher gezielt darauf ausgerichtet sein, diese hochentwickelte emotionale Intelligenz als strategische Führungskompetenz zu positionieren. Sie sind nicht nur Fachexperte, sondern auch ein Meister der Integration und des menschlichen Miteinanders – eine Kombination, die in der modernen Arbeitswelt unbezahlbar ist.
Wenn Empathie wichtiger ist als Excel: Wie Sie soziale Kompetenzen als Hard Facts verkaufen
Soziale Kompetenzen wie „Empathie“, „Kommunikationsstärke“ oder „Teamfähigkeit“ leiden in Lebensläufen oft unter einem grossen Problem: Sie klingen abstrakt und sind schwer zu beweisen. Während jeder eine Excel-Zertifizierung vorlegen kann, gibt es kein Diplom für Einfühlungsvermögen. Doch genau diese Fähigkeiten sind oft der wahre Hebel für den Geschäftserfolg. Der Trick besteht darin, diese „Soft Skills“ aus der Beliebigkeit zu holen und sie in konkrete, messbare Ergebnisse zu übersetzen. Sie müssen sie wie „Hard Facts“ behandeln.
Verwenden Sie dazu eine einfache Formel: [Ihr Soft Skill] + [Ihre konkrete Handlung] = [Messbares Geschäftsergebnis]. Dieser Dreiklang verwandelt eine vage Eigenschaft in eine nachweisbare Leistung. Statt zu sagen „Ich bin empathisch“, beschreiben Sie eine Situation, in der Ihre Empathie zu einem handfesten Vorteil für das Unternehmen geführt hat. Dies ist die praktische Anwendung der STAR-Methode, fokussiert auf soziale Kompetenzen.
Hier sind einige Beispiele, wie diese Transformation aussehen kann:
- Statt „Kommunikationsstark“: „Durch die Einführung wöchentlicher, klar strukturierter Team-Meetings [Handlung] konnten wir die Anzahl an Missverständnissen in Projekten um 40 % reduzieren [Ergebnis].“
- Statt „Empathisch“: „Indem ich aktiv auf das Feedback frustrierter Kunden einging und ihre eigentlichen Bedürfnisse verstand [Handlung], konnte ich die Kundenabwanderung in meinem Bereich um 15 % senken [Ergebnis].“
- Statt „Teamfähig“: „Durch die Moderation von Workshops zwischen der IT- und der Marketingabteilung [Handlung] haben wir die Entwicklungszeit für neue Kampagnen-Websites um drei Wochen verkürzt [Ergebnis].“
Diese Methode macht Ihre sozialen Fähigkeiten greifbar und beweisbar. Sie zeigen nicht nur, dass Sie eine bestimmte Eigenschaft besitzen, sondern dass Sie wissen, wie Sie diese gezielt einsetzen, um Wert zu schaffen. Für Recruiter ist dies der ultimative Beweis, dass Sie nicht nur ein netter Kollege, sondern eine strategische Bereicherung für das Team sind.
Muss „MS Office“ noch in den CV? Welche Skills heute als selbstverständlich gelten
Die Antwort ist ein klares Nein. Die Angabe von „MS Office“ oder „gute Computerkenntnisse“ im Lebenslauf ist heute so aussagekräftig wie der Vermerk „kann lesen und schreiben“. In der digitalen Arbeitswelt des 21. Jahrhunderts werden grundlegende Office-Anwendungen als absolute Basisqualifikation vorausgesetzt. Das Auflisten solcher Selbstverständlichkeiten nimmt wertvollen Platz weg und kann Sie sogar als weniger technikaffin erscheinen lassen, als Sie sind – als jemand, für den diese Tools noch eine erwähnenswerte „Fähigkeit“ darstellen.
Der Kompetenz-Abschnitt in Ihrem Lebenslauf ist eine der wertvollsten Sektionen. Er sollte nicht mit Allgemeinplätzen gefüllt werden, sondern als Schaufenster für Ihre spezifischen, hochrelevanten und differenzierenden Fähigkeiten dienen. Dies ist der Ort, an dem Sie die Bausteine Ihrer Meta-Kompetenz und Ihres roten Fadens präsentieren. Anstatt generischer Software-Pakete sollten Sie präzise Werkzeuge und Methoden nennen, die Ihre Expertise untermauern.
Überlegen Sie, welche Fähigkeiten wirklich den Unterschied machen. Anstelle von „MS Office“ könnten Sie schreiben:
- Datenvisualisierung mit Power BI zur Erstellung von Management-Dashboards
- Erstellung von Pivot-Tabellen und Makros in Excel für die Finanzanalyse
- Projektmanagement mit Asana oder Trello zur Steuerung agiler Teams
- Content-Erstellung mit Adobe Creative Suite (Photoshop, InDesign)
- CRM-Management mit Salesforce inklusive Reporting und Lead-Qualifizierung
Der Grundsatz lautet: Seien Sie so spezifisch wie möglich. Ersetzen Sie jede allgemeine Fähigkeit durch ein konkretes Tool, eine Methode oder einen Standard, in dem Sie versiert sind. Dies signalisiert nicht nur tiefere Kenntnisse, sondern hilft auch, Ihren Lebenslauf für automatisierte Keyword-Suchen (Applicant Tracking Systems, ATS) zu optimieren. Der Platz, den Sie durch das Streichen von Selbstverständlichkeiten gewinnen, ist perfekt, um die einzigartigen Fähigkeiten hervorzuheben, die Ihre Kompetenz-Story stützen und Sie vom Wettbewerb abheben.
Welche Schlagworte suchen Headhunter in Ihrer Branche aktuell?
Ihr Lebenslauf und Ihr Online-Profil (insbesondere auf LinkedIn oder Xing) sind nicht nur Dokumente für menschliche Leser, sondern auch Daten für Suchalgorithmen. Headhunter und interne Recruiter nutzen aktiv Schlagworte (Keywords), um Kandidaten-Datenbanken nach passenden Profilen zu durchsuchen. Wenn Ihr Profil nicht die richtigen Begriffe enthält, werden Sie für relevante Positionen schlichtweg nicht gefunden. Die Kunst besteht darin, die Sprache der Recruiter zu sprechen und die Keywords zu verwenden, die für Ihre Zielposition und Ihre Branche aktuell von Bedeutung sind.
Um diese Schlagworte zu finden, müssen Sie selbst zum Detektiv werden. Beginnen Sie mit einer gründlichen Analyse:
- Analysieren Sie Stellenanzeigen: Suchen Sie 10 bis 15 aktuelle Stellenanzeigen für Ihre Traumposition. Kopieren Sie die Texte in ein Dokument und identifizieren Sie die Substantive und Fachbegriffe, die sich wiederholen. Dies sind die heissesten Keywords. Achten Sie auf geforderte Methoden (z.B. „Scrum“, „Lean Management“), Technologien (z.B. „Python“, „SAP S/4HANA“) und Konzepte (z.B. „Customer Journey“, „Digitale Transformation“, „Nachhaltigkeitsstrategie“).
- Untersuchen Sie Profile von Vorbildern: Suchen Sie auf LinkedIn nach Personen, die bereits die Position innehaben, die Sie anstreben. Analysieren Sie deren „Info“-Text, ihre Jobtitel und den „Kenntnisse & Fähigkeiten“-Bereich. Welche Begriffe verwenden sie, um ihre Expertise zu beschreiben?
- Denken Sie über den Tellerrand hinaus: Für Ihren roten Faden ist es entscheidend, nicht nur Keywords für eine einzelne Rolle zu sammeln, sondern auch Begriffe zu finden, die Ihre Schnittstellenkompetenz beschreiben. Wenn Sie Finanzen und IT verbinden, könnten relevante Schlagworte „FinTech“, „Business Intelligence“ oder „ERP-Implementierung“ sein.
Sobald Sie eine Liste von 10-20 starken Keywords haben, integrieren Sie diese strategisch in Ihren Lebenslauf – im Profil-Resümee, in den Beschreibungen Ihrer Tätigkeiten und prominent im Kompetenz-Abschnitt. So stellen Sie sicher, dass Ihr Profil sowohl von Algorithmen als auch von Menschen als hochrelevant eingestuft wird.
Das Wichtigste in Kürze
- Ihr Zickzack-Lebenslauf ist kein Makel, sondern die Quelle einer einzigartigen Meta-Kompetenz, die Sie gezielt als Ihr Alleinstellungsmerkmal positionieren müssen.
- Belegen Sie Ihre Fähigkeiten nicht nur mit Zeugnissen, sondern mit „narrativer Evidenz“: strukturierte Erfolgsgeschichten nach der STAR-Methode.
- Übersetzen Sie Soft Skills wie Empathie in harte, messbare Geschäftsergebnisse, um deren wahren Wert für das Unternehmen zu beweisen.
Wie fassen Sie 15 Jahre Erfahrung in 3 Sätzen zusammen, die neugierig machen?
Die ersten Sekunden entscheiden. Ob im Anschreiben, im Profil-Resümee Ihres Lebenslaufs oder im Gespräch – die Fähigkeit, Ihre komplexe Erfahrung prägnant auf den Punkt zu bringen, ist der ultimative Test Ihres roten Fadens. Ein sogenannter „Elevator Pitch“ ist keine simple Zusammenfassung Ihrer Stationen, sondern die Essenz Ihrer Kompetenz-Story. Er muss in wenigen Sätzen beantworten, wer Sie sind, welchen einzigartigen Wert Sie bieten und welches Problem Sie für den potenziellen Arbeitgeber lösen können.
Eine effektive Formel für einen solchen Pitch, der aus einem Zickzack-Werdegang eine logische Experten-Story macht, besteht aus drei Teilen:
- Die Meta-Kompetenz: Beginnen Sie mit der klaren Benennung Ihres Alleinstellungsmerkmals, das Sie über die Jahre entwickelt haben. Dies ist der Anker Ihrer Geschichte.
- Die Brücke: Erklären Sie kurz, wie diese Kompetenz entstanden ist, indem Sie die Verbindung zwischen zwei Ihrer wichtigsten, scheinbar unterschiedlichen Erfahrungsfeldern herstellen. Dies ist der Beweis für die Einzigartigkeit Ihres Profils.
- Der Nutzen für das Unternehmen: Schliessen Sie mit einem direkten Bezug zum potenziellen Arbeitgeber. Zeigen Sie auf, wie Sie Ihre einzigartige Fähigkeit einsetzen werden, um ein spezifisches Ziel des Unternehmens zu erreichen oder ein aktuelles Problem zu lösen.
Zusammengesetzt könnte das so klingen: „In meiner 15-jährigen Laufbahn habe ich eine besondere Expertise für die erfolgreiche Digitalisierung traditioneller Märkte entwickelt. Ich verbinde tiefgreifendes Verständnis für etablierte Industrieprozesse mit agilem Know-how aus der Tech-Welt. Mit dieser Brückenkompetenz möchte ich nun Ihr Unternehmen dabei unterstützen, neue digitale Geschäftsmodelle zu erschliessen und Ihre Marktposition für die Zukunft zu sichern.“ Diese drei Sätze machen sofort klar, was Ihr roter Faden ist, und positionieren Sie als strategischen Denker, nicht als reinen Abarbeiter von Aufgaben.
Beginnen Sie noch heute damit, Ihren Werdegang nicht als eine Liste von Jobs, sondern als die Entstehungsgeschichte Ihrer einzigartigen Expertise zu betrachten. Definieren Sie Ihren roten Faden, formulieren Sie Ihre Kompetenz-Story und erzählen Sie die Geschichte, die nur Sie erzählen können, um sich als der gefragte Experte zu positionieren, der Sie sind.